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Therapiezentrum für Hämatologie/Onkologie in Offenburg erhält Landespreis

Mitteilung Achern-Oberkirch

Ambulante Säule des Onkologischen Zentrums Ortenau für Vorbildfunktion und Unternehmenskonzept ausgezeichnet

Das Ambulante Therapiezentrum für Hämatologie/Onkologie in Offenburg ist mit dem 2. Preis im Landeswettbewerb für junge Unternehmen der L-Bank und des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann überreichte den Preis am 19. November in Stuttgart. Vergeben wird die Auszeichnung an junge Unternehmen vor allem für ihre Vorbildfunktion, die soziale Kompetenz der Unternehmer und ein nachhaltiges Unternehmenskonzept. Die seit dem Jahr 2005 bestehende Praxis wird von  Dr. Marianne Müller, Dr. Andreas Jakob, Dr. Henning Pelz und Dr. Bernhard Linz geleitet. Sie ist gemeinsam mit der Ambulanten Schwerpunktpraxis Hämatologie/ Onkologie in Lahr eine wichtige Säule der ambulanten Versorgung von Krebspatienten innerhalb des Onkologischen Zentrums Ortenau (OZO).
 
„Ich freue mich, dass mit dem Preis nicht nur ein erfolgreiches Unternehmenskonzept ausgezeichnet wurde, sondern auch die enge Vernetzung und innovative Zusammenarbeit von stationärer und ambulanter Versorgung in unserem Onkologischen Zentrum Ortenau gewürdigt wird“, so Dr. Andreas Jakob, Chefarzt der Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Ortenau Klinikum in Offenburg und Leiter des OZO.
 
„Gute Behandlung im Netzwerk“
Stationäre Aufenthalte von Krebspatienten waren bis vor wenigen Jahren üblich, damit sie zum Beispiel mit einer Chemotherapie per Infusion behandelt werden konnten. Dank neuer Therapiemethoden und der Einbindung des sozialen Umfeldes des Betroffenen können die Patienten heute nahezu immer ambulant behandelt werden und in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung bleiben. Dr. Marianne Müller und Dr. Bernhard Linz erkannten diesen Trend früh und gründeten im November 2005 die erste freiberufliche Schwerpunktpraxis für Hämatologie und Onkologie sowie Palliativmedizin in Offenburg.
 
Nah und umfassend
Von Anfang an suchten Dr. Marianne Müller und Dr. Bernhard Linz Kontakt mit ihren Kollegen im Ortenau Klinikum, den niedergelassenen Ärzten sowie Sozialdiensten, um eine wohnortnahe Versorgung zu gewährleisten. „Gerade im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf sind lange Anfahrtswege für die Patienten häufig sehr beschwerlich“, erklärt Linz. „Zunächst stellt ein Arzt im Krankenhaus oder in einer Praxis die Erstdiagnose“, erläutert Müller den Prozess. „In regelmäßigen Tumorkonferenzen werden unter Beteiligung aller Spezialisten die Therapien erarbeitet und in unserem Therapiezentrum umgesetzt. Im flächengrößten Landkreis Baden-Württembergs sind jedes Jahr rund 2.450 Menschen erstmalig von einer bösartigen Erkrankung betroffen. Deshalb macht dieses Vorgehen besonders viel Sinn und bietet den Patienten eine wohnortnahe Betreuung.“
 
Partnerschaftlich in die Zukunft
Die Entwicklung der Praxis gab den beiden Gründern Recht. Mittlerweile wurden mehr als 11.000 Patienten behandelt, 20 Mitarbeiter finden einen sicheren Arbeitsplatz, eine Zweigstelle in Achern wurde in diesem Jahr eröffnet. Der Bedarf wird auch in Zukunft gegeben sein. Da es immer mehr ältere Menschen geben wird, gehen Experten davon aus, dass die Zahl der Neuerkrankungen an Krebs in Deutschland bis 2020 auf über 500.000 pro Jahr steigen wird.

Auch die Struktur der Praxis veränderte sich. Schon 2006 stieg der damalige Oberarzt und heutige Chefarzt des Ortenau Klinikums in Offenburg und Leiter des Onkologischen Zentrums Ortenau, Dr. Andreas Jakob, als Partner in die Praxis ein. Durch die Einbindung von Dr. Ursula Groh, die dem Medizinischen Versorgungszentrum angehört, und Dr. Henning Pelz als weiteren Partner im September 2012 kann die Praxis heute die komplette Palette an ambulanten Therapien für Menschen mit bösartigen Tumoren anbieten.
 
„Für jeden Patienten gibt es bei uns auf ärztlicher und pflegerischer Seite einen festen Ansprechpartner“, erläutert Linz. Die enge Kooperation mit den Klinikärzten und dem für innovative Konzepte offenen Ortenau Klinikum hat Modellcharakter und ist zukunftsweisend. Die Patienten können nahtlos weiter betreut werden, wenn sie aus der Klinik kommen, und bei Komplikationen können sie ohne Informationsverlust wieder in der Klinik aufgenommen werden.
 
Ein Klima, das alle stärkt
Ein weiteres wesentliches Motiv, die Praxis zu gründen, war für Müller der Wunsch, sich die Zeit für die Patientenbetreuung nehmen zu können, die ihrer Meinung nach angemessen ist. Heute arbeitet sie an fünf Tagen in der Woche, an zwei Tagen hält sie noch Notfalltermine vor für Patienten, die kurzfristig eine Beratung benötigen. Ist sie bei dieser großen Arbeitsbelastung nicht vom Regen in die Traufe geraten? „Keineswegs“, wehrt die Medizinerin entschieden ab, „hier bin ich am richtigen Platz! Das spüre ich auch im Umgang mit den Patienten.“ Die enge personelle und räumliche Vernetzung, die regelmäßigen Supervisionen und das gute Arbeitsklima ermöglichen es, den Herausforderungen im Umgang mit den Schwerstkranken gewachsen zu sein.