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Schüler werden zu Lebensrettern

Anästhesie-Team des Ortenau Klinikums Achern-Oberkirch schult mehr als 600 Kinder / Erstmals auch Grundschüler dabei

Schülerinnen und Schüler der Grundschule Nußbach lernen unter Anleitung des Anästhesie-Teams des Ortenau Klinikums Achern-Oberkirch lebensrettende Sofortmaßnahmen. © Ortenau Klinikum

Achern, 4. Oktober 2017 – „Prüfen – rufen – drücken!“: Diese drei Worte fassen zusammen, was Ersthelfer bei einem plötzlich auftretenden Herzstillstand machen sollten. Doch zu wenig Menschen in Deutschland befassen sich mit diesem Thema und wissen, wie sie die kurzen Anweisungen richtig umsetzen müssen, beklagen Notfallmediziner. Die Experten schätzen, dass jährlich rund 10.000 Menschen, die Herzstillstand erleiden, gerettet werden könnten, wenn ihnen rechtzeitig geholfen würde.

Um das zu ändern, geht das Anästhesie-Team des Ortenau Klinikum Achern-Oberkirch um Chefarzt Dr. Michael Neuburger und die Oberärzte Reiner Springmann (Standort Achern) sowie Dr. Peter Heidrich (Standort Oberkirch) in der „Woche der Wiederbelebung“ seit zwei Jahren in die Schulen der näheren Umgebung und bietet dort Wiederbelebungsschulungen an. In diesem Jahr besuchten sie die Realschule und das Gymnasium Achern, die Heimschule Lender sowie  die Realschule Kappelrodeck. „Insgesamt haben rund 600 Schüler aus den Klassenstufen sieben und acht an den Schulungen teilgenommen. Die Resonanz  auf unser Angebot war durchweg positiv. Das hat uns gezeigt, dass es richtig und wichtig ist, an die Schulen zu gehen“, fasst Dr. Neuburger zusammen.

Erstmals stand in diesem Jahr auch bei Grundschülern das Thema „Wiederbelebung“ auf dem Stundenplan. „Es ist für uns eine Premiere, auch mit Grundschülern zusammenzuarbeiten. Wichtig ist, den Kindern zu vermitteln, dass man nichts falsch machen kann. Nicht helfen ist dabei der schlimmste Fehler. Wir möchten die Kinder ermutigen, aktiv zu helfen, wenn ein Notfall eintritt. Das wird weniger in der Schule passieren, da dort überwiegend junge, gesunde Menschen anzutreffen sind, aber beispielsweise bei einem Familienfest, wenn der Opa plötzlich umfällt, erklärt der Chefarzt. Und wie man während der Schulung beobachten konnte, erwiesen sich die Viertklässler bei der Herzdruckmassage an der Dummy-Puppe recht geschickt.

Positiv bewertet auch die Pädagogin Stephanie Wellhäuser die Schulung durch die Anästhesie-Fachkräfte. „Ich finde es gut und wichtig, dass schon jüngere Menschen erfahren, wie sie Menschenleben retten können. Und sie lernen dabei, den Mut zu haben, ihr Wissen auch anzuwenden, wenn tatsächlich mal der Ernstfall eintritt“, so die Klassenlehrerin der 4. Klasse der GS Bottenau, die wie ihre Kolleginnen aus anderen Grundschulen der Stadt Oberkirch per Bus mit ihren Schülerinnen und Schülern in die Krongutschule nach Nußbach gekommen war.

Alle Schüler erhielten nach der Schulung noch einen Flyer, in dem sie das Gelernte nochmals nachlesen und zuhause den Eltern und Geschwistern zeigen können.