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„Schüler retten Leben“ auf dem Stundenplan

Ärzte des Ortenau Klinikums Achern-Oberkirch bilden rund 600 Schülerinnen und Schüler zu Lebensrettern aus

Daumen hoch: Großes Lob vom Rektor Ralf Meier (Dritter von rechts) erhielt dieser Siebtklässler der Grimmelshausenschule für seine gelungene Herzdruckmassage an einer Puppe. Interessierte Beobachter war das Team von Anästhesie-Chefarzt Dr. Michael Neuburger (Zweiter von links) und die Leiterin der schulinternen Sanitäts-AG, Daniela Geiler (rechts). ©Ortenau Klinikum

Zwei Grimmelshausenschüler üben vor den Augen der Experten im Wechsel die Herzdruckmassage an einer Puppe. ©Ortenau Klinikum

Anästhesisten und Intensivmediziner des Ortenau Klinikums Achern-Oberkirch besuchten in den vergangenen Tagen fünf Schulen in der nördlichen Ortenau und bildeten dabei insgesamt mehr als 600 Schülerinnen und Schüler in Theorie und Praxis zu potentiellen Lebensrettern aus. Mit ihrer Initiative beteiligten sich Mediziner, Schulen und Schüler an der bundesweiten Aktion „Ein Leben retten – 100 Pro Animation“ sowie der damit vernetzten Initiative „Schüler retten Leben“.

Bei der mittlerweile fünften Aktion des Anästhesie-Teams unter der Leitung von Chefarzt Dr. Michael Neuburger waren die Experten neben Schulen in Achern, Kappelrodeck und Oberkirch auch erstmals in der Grimmelshausenschule in Renchen zu Gast. Deren Rektor Ralf Meier zeigte sich erfreut über die Kooperation. Der Besuch der Ärzte und Sanitäter ergänze in hervorragender Weise die im Fach Biologie bereits erfolgte und im Lehrplan verankerte Beschäftigung mit diesem Thema und sorge für eine entsprechende Nachhaltigkeit. Die Schülerinnen und Schüler könnten dadurch das im Unterricht Gelernte auffrischen und Vertiefen. „Es ist eine tolle Sache, die wir sicherlich wiederholen werden“, so der Schulleiter.

Chefarzt Dr. Neuburger und sein Team verfolgen mit den Besuchen in den Schulen vor allem das Ziel, einer möglichst breiten Bevölkerung das Thema Laienreanimation bekannt zu machen. Es gehe darum, Laien dafür zu sensibilisieren, bei einem Notfall wie dem Herzstillstand, sofort einzugreifen und keine wertvolle Zeit verstreichen zu lassen. Denn bereits nach zwei bis drei Minuten komme es bei einem Herzstillstand zu irreversiblen Schäden im Gehirn. „Deshalb ist es wichtig, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens zu nutzen und direkt mit der Herzdruckmassage zu beginnen.“ Und ab der siebten, achten Klasse seien die jungen Menschen dazu körperlich in der Lage. Deshalb konzentrieren sich die Ärzte aus dem Ortenau Klinikum Achern-Oberkirch vor allem auf Besuche in Schulen mit dieser Altersgruppe. Und jungen Menschen haben oft weniger Hemmungen, im Ernstfall aktiv anzupacken als Erwachsene und könnten ihnen daher als Vorbilder dienen, betont Dr. Neuburger.

Insgesamt, so schätzen Experten, könnten in Deutschland pro Jahr rund 10.000 Menschen mit plötzlichem Herzstillstand mehr überleben, wenn die entsprechenden Hilfsmaßnahmen unverzüglich eingeleitet würden.