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Ortenau Klinikum unterstützt Landes-Kampagne zu Stärkung der natürlichen Geburt

Der Landtag von Baden-Württemberg hat am vergangenen Freitag in Stuttgart eine Kampagne zur Stärkung der natürlichen Geburt gestartet.

Die Kampagne möchte durch Beratung und Aufklärung das Verständnis der Geburt als natürlichen Vorgang fördern und der Darstellung des natürlichen Geburtsvorgangs als Krankheit entgegenwirken.
 
Auch das Ortenau Klinikum und die Ärzte und Hebammen der geburtshilflichen Einrichtungen des Ortenau Klinikums in Achern, Kehl, Lahr, Oberkirch und Offenburg Ebertplatz unterstützen das Ziel der Kampagne und sehen in der natürlichen Geburt deutliche Vorteile gegenüber einem operativen Eingriff. „Wir raten bei unauffälligen Schwangerschaften und gesunden Kindern immer zur natürlichen Geburt und haben viele Beispiele dafür, dass im Nachhinein die Mütter sehr dankbar für diese Entscheidung waren“, betont Dr. Andreas Brandt, Chefarzt der Frauenklinik am Ortenau Klinikum in Offenburg. Die Geburt sei ein natürlicher Vorgang, der nicht gestört werden dürfe.
 
„Als Geburtshelfer möchten wir mit unserem Team die Frauen unterstützen und nur dann in den Ablauf einer Geburt eingreifen, wenn die Gesundheit von Mutter und Kind gefährdet ist“, sagen auch Dr. Stephen Müller und Michael Schulze, Fachärzte für Gynäkologie und Geburtshilfe, an der Belegabteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Ortenau Klinikum Oberkirch.
 
Dr. Muneer Mansour, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Ortenau Klinikum in Lahr, vergleicht die natürliche Geburt mit „einer schönen Reise, die wir mit Unterstützung unserer Ärzte und Hebammen verschönern wollen“. Am Anfang stehe für die schwangere Frau oft Ungewissheit, am Ende einer natürlichen Geburt überwiege aber immer das Glücksgefühl für das Kind und die erfolgreiche Geburt – ein „Happy-Ereignis“, sagt Dr. Mansour.
 
Auch für Julia Beck, Fachärztin am Ortenau Klinikum Achern, ist die Spontangeburt die bessere Alternative. „Wenn alles gut läuft - und die Geburt ist ein seit Jahrtausenden erprobter Prozess - besteht kein Grund einzugreifen“, so Beck. „Wichtig ist, dass die Frau mit der Hebamme an ihrer Seite ein Gefühl der Sicherheit hat und ein anwesender Arzt bei Bedarf entscheidet, ob eingegriffen werden muss oder nicht.“
 
Für diesen Fall verfügten alle Kliniken über eine moderne medizinische Versorgung für die Sicherheit der Mutter und ihres Neugeborenen, betont Dr. Andreas Brandt. Bei besonderen Risikogeburten sorge zudem das Perinatalzentrum in Offenburg mit dem angegliederten Mutter-Kind-Zentrum für beste personelle und technische Voraussetzungen und eine optimale Versorgung.
 
Zwar ist eine operative Geburt nicht nachteilig, dennoch sprechen für die Fachleute am Ortenau Klinikum viele Vorteile für die natürliche Geburt. So verringert die natürliche Geburt beispielsweise das Risiko von Atemwergserkrankungen des Kindes und wirkt sich positiv auf die Ausbildung eines starken Immunsystems oder auch die emotionale Entwicklung aus. Die Mutter kann nach einer natürlichen Geburt recht schnell wieder aufstehen und sich um ihr Kind kümmern. Auch die körperliche Belastung ist geringer als beim Kaiserschnitt und birgt nicht die Gefahr etwa einer Infektion oder eines zu hohen Blutverlustes mit sich. „Auch emotional fühlen sich Mütter nach einer natürlichen Geburt gestärkter als nach einem operativen Eingriff“, so Gabriele Ludwig, Leitende Hebamme am Ortenau Klinikum in Lahr.
 
Sie und ihre Kolleginnen an den anderen Standorten unterstützen nicht nur bei der Geburt selbst, sondern beraten Frauen schon während der Schwangerschaft in zahlreichen Kursen wie auch in Einzelgesprächen. „Dabei versuchen wir positiv auf die Schwangeren einzuwirken, Ängste aufzunehmen und von den Vorteilen der natürlichen Geburt zu überzeugen“, berichtet Silvia Schurr, Leidende Hebamme in Achern. Das Wichtigste sei „die Frauen in ihrer individuellen Entscheidung zu bestärken“.
 
Um Frauen in der Schwangerschaft und bei ihrer Entscheidungsfindung für eine natürliche Geburt zu unterstützen, organisieren die geburtshilflichen Einrichtungen des Ortenau Klinikums regelmäßig eine Vielzahl von Informationsveranstaltungen.
 
„Das Wissen über den Geburtsverlauf, die richtigen Atemtechniken und die Wehen nimmt die Furcht vor einer außergewöhnlichen Situation und schafft Vertrauen in die eigenen Kräfte“, betont auch Sina Klumpp, Hebamme am Ortenau Klinikum Oberkirch. Alle Standorte bieten deshalb Informationsabende für werdende Eltern, Kreißsaalführungen, Geburtsvorbereitungskurse für Frauen, Yoga und Aquagymnastik für Schwangere wie auch für die Nachsorge und den richtigen Umgang mit dem Kind an. Allein das Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach kommt in Zusammenarbeit mit Hebammen und weiteren Partnern auf über hundert Veranstaltungen im Jahr.
 
Haben sich schwangere Frauen für die natürliche Geburt entschieden, stehen an allen geburtshilflichen Kliniken des Ortenau Klinikums zahlreiche Optionen zur Verfügung. So können Frauen beispielsweise neben einer Entbindung im Kreißbett zwischen verschiedenen Geburtspositionen, einer Wassergeburt oder mit Hilfe eines Geburtshockers wählen. „Denn wenn Frauen nach ihren Vorlieben frei wählen können, entsteht eine entspannte, angstfreie Atmosphäre, die eine natürliche Geburt wesentlich erleichtert“, berichtet Ingrid Vogt, Leitende Hebamme am Ortenau Klinikum in Offenburg. „Wir stellen uns ganz auf die persönlichen Wünsche der Frauen ein.“
 
Ausführliche Informationen zu den geburtshilflichen Einrichtungen des Ortenau Klinikums sind im Internet unter www.ortenau-babywelt.de zu finden. Die Adresse der Kampagnen-Homepage des Landes lautet www.natuerlichegeburt-bw.de.