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Klinik stellt neue Palliativeinheit vor

Mitteilung Achern-Oberkirch

Ortenau Klinikum Achern-Oberkirch verstärkt Zusammenarbeit mit Hospizgruppen und Seelsorgern

Das Ortenau Klinikum Acher-Oberkirch wird in Kürze am Standort Oberkirch eine stationäre Versorgung von Palliativpatienten in Betrieb nehmen. Kürzlich stellte die Klinik die neue Palliativeinheit mit zwei Einzelzimmern und einem Aufenthaltsraum Vertretern von Hospizgruppen und Seelsorgern aus dem Raum Achern, Oberkirch und dem Renchtal vor.
 
„Wir wollen hier einen Schwerpunkt bilden, um Palliativpatienten optimal versorgen zu können“, betonte Dr. Michael Neuburger, Ärztlicher Direktor am Ortenau Klinikum Achern-Oberkirch, bei seiner Begrüßung. Mit der Palliativeinheit sei ein erstes gemeinsames Projekt beider Häuser erfolgreich auf den Weg gebracht worden. Die neue Einheit solle eng eingebunden werden in die bestehenden Strukturen zur Versorgung unheilbar erkrankter Menschen in der Region.
 
Dr. Michael Rost, der die Einheit in Oberkirch leiten wird, betonte, dass in der Oberkircher Klinik immer palliativ-medizinisches Denken vorhanden gewesen sei. Mit der neuen Einheit gehe die Klinik jetzt einen Schritt weiter. Insgesamt drei Zimmer hat die Klinik im Erdgeschoss dafür umgebaut und ansprechend und wohnlich gestaltet. Außerdem wurde ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Krankenpflegepersonal und sonstigen Therapeuten gebildet, die entsprechend geschult wurden. Dieses Team wird sich intensiv um Palliativpatienten und ihre Angehörigen kümmern. Außerdem wurde der enge Kontakt mit Hospizgruppen, Seelsorgern und weiteren ehrenamtlichen Helfern weiter ausgebaut. Wie Verwaltungsdirektor Peter Janz betonte, sei dafür eine Vereinbarung formuliert worden, die die künftige Zusammenarbeit weiter intensivieren wird.
 
Während die klassische Medizin das Ziel verfolgt, Patienten zu heilen, geht es in der Palliativmedizin um die Betreuung unheilbar erkrankter Menschen. Ein Grundprinzip der Palliativmedizin lautet nach der Begründerin der Hospiz- und Palliativmedizin Cicely Saunders: „Nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern den Tagen mehr Leben geben.“
 
Die Palliativmedizin berücksichtigt, dass schwerkranke Patienten mit unheilbaren Erkrankungen im Endstadium besondere Zuwendung benötigen. Auch wenn ihre Erkrankung nicht mehr geheilt, manchmal nicht einmal mehr behandelt werden kann, so können doch die Symptome, die die Lebensqualität der letzten Tage und Wochen beeinträchtigen, behandelt werden. Dazu zählen beispielsweise Schmerzen, Luftnot, Übelkeit, Durst oder Unruhe. Trotz allen guten Willens sind die Menschen im häuslichen Umfeld wie Familie, Hausarzt oder Pflegedienst irgendwann einmal überfordert, wodurch ein Krankenhausaufenthalt notwendig wird, erläutert Dr. Michael Rost.
 
Es seien dann in diesem Rahmen nicht nur medizinische Maßnahmen zur Behandlung der Symptome erforderlich, sondern auch sonstige Unterstützungen zur Bewältigung der Situation wie etwa psychologische Hilfen oder Sozialberatung. „Wir wollen diesen Patienten und ihren Angehörigen ein Umfeld bieten, in dem sie sich – etwas abseits vom sonstigen Stationsbetrieb – wohl fühlen können“, betont der Chefarzt der Inneren Medizin der Klinik. „Den Angehörigen bieten wir die Möglichkeit, so oft und so lange wie möglich bei den Betroffenen bleiben zu können.“ Die Palliativmedizin sei deshalb keine Medizin, die den Patienten aufgibt, sondern die sich besonders intensiv um den ganzen Menschen in der letzten Lebensphase kümmere.
 
Ziel ist es, Betroffene und auch deren Umfeld soweit zu stabilisieren, dass sie wieder in ihr häusliches Umfeld zurückkehren oder in einem Heim oder Hospiz weiter betreut werden können. Dabei sollen körperlich belastende Symptome gelindert und soziale, seelisch-geistige und religiös-spirituelle Aspekte entsprechend den Wünschen der Betroffenen berücksichtigt werden. Ist eine anschließende Heim- oder Hospizunterbringung nicht mehr möglich, hilft die Palliativmedizin Betroffenen, den letzten Weg in Ruhe und Würde gehen zu können.