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Handchirurgie – Höchste Genauigkeit, äußerste Sorgfalt

Rund ein Drittel aller Unfälle in Deutschland führt zu Verletzungen der Hand. Meist sind dies Knochenbrüche der Handwurzel, der Mittelhand oder der Finger, ausgerenkte Handgelenke und Daumenbandrisse. Der Grund: „Bei einem Sturz versucht man sich instinktiv mit der ausgestreckten Hand aufzufangen. Deshalb sind am häufigsten das Handgelenk und die Mittelhandknochen gebrochen“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Rudigier, ärztlicher Leiter der Sektion Handchirurgie am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach.

© Kzenon – Fotolia.com

Die Hand ist stark verletzungsanfällig: Handknochen sind dünn und fein, nur wenig Fett- und Muskelgewebe umgibt sie. Jede Hand besteht aus 27 Knochen, durch jeden der Finger laufen vier Nerven, vier Arterien, eine jede Menge Venen, zwei Beugesehnen, zwei Strecksehnen pro Daumen und drei pro übrige Finger. Dies gewährleistet zwar eine sehr hohe Beweglichkeit, jedoch kann schon ein Sturz oder ein Moment der Unachtsamkeit beim Sport oder bei der Gartenarbeit zu schweren Verletzungen führen.





Entscheidend: die genaue Diagnose
Die Hand ist auch bei Arbeitsunfällen der mit Abstand am häufigsten betroffene Körperteil. An der Unfallchirurgie des Ortenau Klinikums Offenburg Ebertplatz steht für Verunglückte deshalb rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche ein Notfallteam bereit. „Bei Handverletzungen ist als Erstes die präzise Diagnose entscheidend“, erläutert Professor Rudigier. „Werden mikroskopisch kleine, aber folgeschwere Verletzungen an der Hand nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, können lebenslange Einschränkungen zurückbleiben.“ Die Diagnose von Handverletzungen erfolgt in erster Linie mittels klinischer Untersuchungen und anhand der Kranken- beziehungsweise Verletzungsgeschichte des Patienten. Was ist passiert und welche  Bewegungen der Hand sind noch möglich? Ist die Hand angeschwollen oder blutet sie sogar stark? „Knochenbrüche und ausgerenkte Gelenke können wir im Röntgenbild oder im Computertomographen (CT) sehen, Verletzungen der Bänder und Sehnen werden im Ultraschallbild oder durch eine Kernspintomaographie (MRT) sichtbar“, sagt Professor Rudigier.

Herausforderung: schwere Verletzungen
„Bei einfachen Brüchen muss die Hand meist für einige Wochen in den Gips. Sind die gebrochenen Knochen jedoch zueinander verschoben und zusätzlich Sehnen und Bänder verletzt, müssen wir operieren“, so Professor Rudigier. Der erfahrene Facharzt und sein Team richten dann mit Hilfe von Schrauben und Platten die gebrochenen Knochen, gerissene Sehnen und Bänder und nähen sie präzise wieder zusammen. „Jede Operation an der Hand erfordert höchste Präzision und äußerste Sorgfalt“, sagt Professor Rudigier. „Insbesondere Schwerstverletzungen an der Hand stellen Chirurgen immer wieder vor große Herausforderungen“, fügt der Handchirurg hinzu. Bei Schwerstverletzungen mit Verlust von einem oder mehreren Teilen der Hand stellen Professor Rudigier und sein Team mit Hilfe von mikrochirurgischen Verfahren die komplexen Strukturen der Hand wieder her. Die Operation kann bis zu 10 Stunden dauern: Erst werden die Knochen, dann die Sehnen und Bänder, anschließend  Blutgefäße und Nerven und schlussendlich die Haut wieder zusammengefügt. Das Operationsmikroskop sowie spezielle, haarfeine Instrumente gewährleisten höchste Präzision. „Um solche Eingriffe vornehmen zu können, bedarf es neben einer langjährigen qualifizierten Ausbildung auch einer ganzen Menge Erfahrung“, sagt Professor Rudigier. „Gelingt die Wiederherstellung der Hand, so steht dem Patienten auch ein intensiver Rehabilitationsprozess bevor."

Über die Sektion Handchirurgie

Sektion Handchirurgie des Ortenau Klinikums als europäisches Hand-Traumazentrum zertifiziert
Die europäische Gesellschaft für Handchirurgie (Federation of European Societies for Surgery of the Hand, FESSH) hat das Handchirurgie-Zentrum des Ortenau Klinikums zertifiziert. Dieses gilt nun offiziell als europäisches Hand-Traumazentrum. Voraussetzung hierfür ist ein Rund-um-die-Uhr-Notfalldienst und der Nachweis von täglich mindestens einer durchgeführten Operation an der Hand. Außerdem müssen an einem Hand-Traumazentrum mindestens drei ausgebildete Handchirurgen operativ tätig sein. Die Klinik ist mit 54 Planbetten ausgestattet und bietet ein breit gefächertes Operationsspektrum: von minimal-invasiven Eingriffen am Gelenk bis hin zu hochkomplexen, mikrochirurgischen Operationen zur Wiederherstellung der Hand bei Schwerstverletzungen.

Neuer Chefarzt der Sektion Handchirurgie am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach
Die Sektion Handchirurgie ist Teil der Abteilung Unfall-, Hand- und Wiederherstellende Chirurgie am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach. Ab 1. Februar 2016 wird Dr. Eike Mrosek (42) die Abteilung als neuer Chefarzt leiten. „Mit Dr. Eike Mrosek ist es uns gelungen, einen äußerst vielseitig ausgebildeten, im gesamten Leistungsspektrum der Klinik überaus versierten und mit Führungsaufgaben vertrauten Chirurgen zu gewinnen“, freut sich Ortenau Klinikum-Geschäftsführer Manfred Lörch. Dr. Eike Mrosek ist unter anderem Facharzt für Unfallchirurgie und Orthopädie sowie für Spezielle Unfallchirurgie und kommt vom Schwarzwald-Baar Klinikum in Villingen-Schwenningen, wo er seit 2010 als Oberarzt beschäftigt ist, nach Offenburg. Dort hat er unter anderem das überregionale Traumazentrum der Klinik sowie die Sektion der rekonstruktiven Knie- und Schulterchirurgie geleitet und weiterentwickelt.


Kontakt

Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach
Unfall-, Hand- und Wiederherstellende Chirurgie
Betriebsstelle Offenburg Ebertplatz

Matthias Rozak
Prof. Dr. Jürgen Rudigier
Ebertplatz 12
77654 Offenburg
Tel. 0781 472-33 01
E-Mail: unfallchirurgie(at)og.ortenau-klinikum.de

Hinweis:

Die hier publizierten Beiträge sind redaktionell und die darin enthaltenen Angaben zu Daten, Fakten, Kontakten o.ä. werden nicht aktualisiert. Zur näheren Information besuchen Sie bitte die jeweiligen Fachkliniken auf der Website des Ortenau Klinikums.