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Kommunale Gesundheitskonferenz im Ortenaukreis: Lokale Gesundheitspolitik gestalten

Gibt es zukünftig noch genügend Hausärzte? Muss ich lange auf einen wichtigen Facharzttermin warten? Wie weit ist es von meinem Wohnort zur nächsten Notfallambulanz? Diese Fragen stellen sich viele Bürgerinnen und Bürger. Um Antworten zu geben, Lösungen zu finden und die Grundlagen für ein auch zukünftig gut funktionierendes Gesundheitssystem zu legen, hat der Gesetzgeber die Kommunalen Gesundheitskonferenzen (KGK) ins Leben gerufen. „Das Ziel und die Hauptaufgabe der KGK ist es, als wichtiger Partner des Landes Baden-Württemberg die Gesundheitsversorgung weiterzuentwickeln und das Gesundheitsleitbild Baden-Württembergs umzusetzen“, erklärt Dr. Evelyn Bressau, eine der fachlichen Leitungen der seit April 2018 bestehenden KGK im Ortenaukreis.

Das Landratsamt in Offenburg

Dr. Janine Feicke

Dr. Evelyn Bressau

Verschiedene Akteure für ein gemeinsames Ziel 

Eine komplexe Aufgabe, der nur mit der geballten Expertise aller Akteure des Gesundheitssystems begegnet werden kann. Das spiegelt sich im Aufbau der Kommunalen Gesundheitskonferenz wider, die auf mehreren Ebenen organisiert ist. „Die KGK besteht im Ortenaukreis aus verschiedenen Vertretern der Gesundheitsförderung und Prävention, der medizinischen Versorgung, der Pflege, der Selbsthilfe, des Patientenschutzes – kurzum, aus allen wichtigen Akteuren der Gesundheitsversorgung“, veranschaulicht die Leiterin der Geschäftsstelle des Gesundheitsamts, Dr. Janine Feicke, darüber hinaus. „Ergänzt werden sie durch Experten aus weiteren Institutionen des Sozialbereichs und durch Vertreter der verschiedenen Kreistagsfraktionen, Städte und Gemeinden.“ Diese unterschiedlichen Akteure sind wiederum in den drei Gremien der KGK organisiert: Dem 64-köpfigen Plenum, dem Lenkungskreis und den Arbeitsgruppen.

Bedarfsorientierte Maßnahmen 

Die Förderung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung, die Sicherstellung der ambulanten gesundheitlichen Versorgung und die Nachwuchsgewinnung in Medizin und Pflege – jede Arbeitsgruppe ist einem übergreifenden Thema zugeordnet und bildet so das Herz der KGK. Dort wird durch Bestandsanalysen festgestellt, wo Handlungsbedarf besteht. Anschließend erarbeiten die Experten Lösungsansätze und begleiten deren Umsetzung. Durch dieses Prozedere konnten die Verantwortlichen unter anderem auf mögliche organisatorische Schwierigkeiten bei der Umsetzung der neuen Pflegeausbildung aufmerksam machen. In der Folge wurde eine neutrale Koordinationsstelle für die Pflegeausbildung geschaffen. Auch im Zuge der Agenda 2030 des Ortenau Klinikums wurde die KGK tätig und entwickelt nun Handlungsempfehlungen für die Nachnutzung der betroffenen Betriebsstellen.

Neuorientierung des Gesundheitswesens als Chance

Eine weitere Herausforderung: „In den nächsten fünf Jahren werden viele Hausund Fachärzte ihre Tätigkeit aufgeben. Die Suche nach Nachfolgern ist schwierig, denn junge Ärzte sind nicht mehr so sehr an einer Selbständigkeit interessiert wie noch die Generation vor ihnen“, erläutert Dr. Feicke. „Das bedeutet: Neue Berufsgruppen müssen in die Gesundheitsversorgung integriert werden, um Ärzte beispielsweise von Verwaltungsaufgaben zu entlasten.“ Außerdem wollen immer mehr Ärztinnen und Ärzte Familie und Beruf in Zukunft miteinander vereinen. Eine Lösung könnte der Aufbau sogenannter Gesundheitszentren sein, in denen Ärzte verschiedener Fachrichtungen sowie nicht-ärztliche Berufsgruppen unter einem Dach vereint sind. Letztere könnten nicht nur die Ärzte entlasten, für die damit auch Teilzeitmodelle einfacher möglich würden. Zudem kommt dieses Modell den Patienten entgegen, für die weite Wege und Doppeluntersuchungen vermieden werden. Für Dr. Bressau wäre das eine gute Lösung: „Wir müssen neue Wege in der gesundheitlichen Versorgung gehen. Darin sehe ich aber viel mehr eine Chance, unser jetziges System zu verbessern und weiterzuentwickeln.“

Regionale Strukturgespräche bieten Teilnahmemöglichkeit für die Bürger 

An dieser Verbesserung soll auch die Öffentlichkeit teilhaben. „Im Rahmen unserer Bestandserhebung werden wir in den nächsten Monaten regionale Strukturgespräche mit den Bürgern führen. Dort hat jeder die Möglichkeit, seine Anregungen und Fragen zu äußern und einzubringen“, lädt Dr. Bressau die Bevölkerung aktiv ein. Denn am Ende ist es nur so möglich, die Ziele zu erreichen, die die KGK sich selbst auf die Fahnen geschrieben hat: Ein patientenorientiertes, vernetztes und regionales Gesundheitssytem zu etablieren, von dem alle profitieren. 

 

 

 

 

Kontakt 

Dr. Janine Feicke
Leiterin der Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz Ortenaukreis Gesundheitsamt Landratsamt 

Dr. Evelyn Bressau
Leitung der Arbeitsgruppe "Sicherstellung der ambulanten gesundheitlichen Versorgung im Ortenaukreis" der KGK Ortenaukreis

Badstraße 20
77562 Offenburg
Tel. 0781 805-1427
Fax 0781 805-9710

 

Termine der regionalen Strukturgespräche 

Zeitfenster ist immer 18–21 Uhr 

Kinzigtal 
5. Juli 2019, Kath. Gemeindezentrum Haslach 

Achertal
10. Juli 2019, Festsaal der Illenau, Achern

Hanauerland 
17. September 2019, Tulla-Realschule, Kehl 

Offenburg
18. September 2019, Landratsamt, Großer Sitzungssaal, Offenburg

Lahr 
25. September 2019, Städtisches Gymnasium, Ettenheim

Oberkirch
26. September 2019, Erwin-Braun Stadthalle, Oberkirch

Terminänderungen und -informationen finden Sie auf der Website des Landratsamt Ortenaukreis: www.ortenaukreis.de